Und noch einmal! Tipps und Strategien zum richtigen Wiederholen von Vokabeln
von Christine Tettenhammer

In diesem Blog haben Sie mittlerweile viele unterschiedliche Methoden und Ansätze kennengelernt,
mit deren Hilfe Sie das Lernen von Vokabeln abwechslungsreich und interessant gestalten können.
Im Schnitt behalten Sie aber nur sechzig Prozent dessen, was Sie als neue Informationen versuchen zu lernen.
Die übrigen vierzig Prozent der Informationen gehen sofort wieder verloren.
Damit Sie die neuen Wörter und Redewendungen aber dauerhaft behalten können – und somit wirklich
lernen,
brauchen Sie eine sinnvolle und gut durchdachte Wiederholungsstrategie.
Regel 1: Durchdacht an die Sache herangehen
Lernen Sie nie wild und planlos drauf los! Versuchen Sie nie alles auf einmal und unsystematisch in Ihren Kopf zu pressen.
Reflektieren Sie Ihr Lernverhalten ehe Sie loslegen:
- Was sind Sie für ein Lerntyp?
- Wie lernen Sie gerne?
- Wo lernen Sie gerne und entspannt?
- Wann ist die Zeit, zu der Sie sich fit und aufnahmefähig fühlen?
Ganz wichtig ist, dass Sie sich vor Augen halten, dass Sie keine Maschine sind.
Sie werden gute und Sie werden schlechte Lerntage haben.
Wenn Sie merken, dass Sie heute einen schlechten Tag haben, zwingen Sie sich zu nichts.
Lassen Sie die Aufgabe liegen und gehen Sie am nächsten Tag erst wieder an die Sache heran.
So ersparen Sie sich frustrierende Lerntage, die Sie nicht weiterbringen, sondern Ihnen nur die Lust am Lernen verderben.
Regel 2: Flexibel bleiben!
Routine und Immergleiches langweilen auch Ihren Kopf.
Achten Sie deshalb darauf, immer flexibel zu bleiben und alles an Ihrem Lernprozess zu variieren.
Wiederholen Sie den Lernstoff auf immer neue Art und Weise:
- Lernen Sie zum Beispiel am ersten Tag mit der Bild-Methode,
so versuchen Sie sich die Wörter am nächsten Tag mit Hilfe eines
Assoziogramms zu verdeutlichen.
- Wechseln und variieren Sie die Lernmethoden, wie es sinnvoll ist für die Wörter, die Sie lernen möchten.
Natürlich kann man nicht jede Methode für jede Art von Wörtern einsetzen.
- Lernen Sie die Wörter in immer anderer Reihenfolge. Setzen Sie die Vokabeln immer wieder in einen neuen Zusammenhang.
- Lernen Sie mit ganz unterschiedlichen Medien:
Benutzen Sie heute Ihre Lernsoftware, um den Wortschatz abzufragen, so holen Sie für morgen am besten Ihre Vokabelkärtchen aus Papier heraus.
- Lernen Sie nicht immer am gleichen Ort:
Wenn Sie die Wörter morgens in der U-Bahn durchgegangen sind,
so setzen Sie sich abends noch mal an den Küchentisch für die nächste Runde des Wiederholens.
Wenn man immer nur an einem Ort lernt, läuft man Gefahr,
dass man auch nur an diesem speziellen Ort in der Lage ist das Gelernte zu erinnern und wiederzugeben.
Regel 3: Nach dem Zeitplan lernen
In unterschiedlichen Studien hat man die effektivste Zeit-Strategie für Wiederholungen herausgefunden:
- Schritt 1: Lernen – ein erstes Mal
- Schritt 2: Wiederholung (1) – nach einigen Stunden
- Schritt 3: Wiederholung (2) – am nächsten Tag
- Schritt 4: Wiederholung (3) – nach einer Woche
- Schritt 5: Wiederholung (4) – nach einem Monat
- Schritt 6: Wiederholung (5) – nach einem viertel bis einem halben Jahr
Einen
Trainingsplan zum Ausdrucken finden Sie in diesem Blog-Artikel.
1. Welche Sprachen (und Dialekte) sprichst du?
Ich spreche Deutsch und Bairisch als „Vatersprachen“.
In der Schule habe ich Englisch, Französisch und (auch ach!) Latein gelernt.
In der Post-Schul-Ära meines Lebens habe ich begonnen Spanisch und Portugiesisch zu lernen.
Seit ich bei Sprachenlernen24 arbeite, begegne ich jeden Tag einer neuen, interessanten Sprache und versuche wenigstens „hallo“ zu lernen.
2. Welche Sprachen lernst du gerade?
Gerade lerne ich Kroatisch und ich hoffe, dass ich dann auch schnell einiges auf Bosnisch und Serbisch sagen kann.
Anschließend muss ich wohl Niederländisch lernen, denn ich habe ein neues Kochbuch und das heißt „de snelle keuken“.
3.Wo hast du deinen letzten Urlaub verbracht?
Ende letzten Jahres war ich viel unterwegs: Angefangen habe ich in Tschechien. Dort war ich drei wundervolle Tage lang mit Freunden im Böhmerwald zum Wandern unterwegs.
Nach so viel Natur, wollte ich mal eine neue Stadt kennenlernen und so bin ich in Amsterdam gelandet.
Lange Spaziergänge entlang der Grachten haben mich zum
Rijksmuseum, dem
Van-Gogh-Museum und zurück gebracht. Ich habe auch gelernt, was „eten op de muur“ (dt. aus der Wand essen) bedeutet und,
dass ich das eher weniger schätze. Danach habe ich in Marrakesch einen frisch gepressten Orangensaft auf dem Djemaa el Fna getrunken und bin den Spuren von Elias Canettis „Stimmen von Marrakesch“ gefolgt. Auf dem Rückweg nach München „musste“
ich einen Stopp einlegen und mir Madrid anschauen.
In Madrid gibt es im Dezember einen Christkindlmarkt auf der Plaza Mayor. Ich habe mich in das
Museo Reina Sofía. Natürlich habe ich auch so manche caña getrunken und bin jetzt
aficionado der
Museo de Jamón in Madrid! - Dazwischen war ich immer mal wieder kurz zu Hause zum Blumengießen.
4. Wohin geht deine nächste Reise?
Als nächstes besuche ich meine Freunde in Rom. Ciao Gabriella! Ciao Gary! - Wärmt schon mal den Pizza-Ofen vor!
Und im Frühsommer kann man mich in Bilbao treffen, wo ich mir einen lang gehegten Herzenswunsch erfülle und endlich ins
Museo Guggenheim gehe!
Was ist deine Lieblingsseite zum Sprachenlernen im Web?
Neben dem Blog von Sprachenlernen24 bin ich häufiger Gast auf dieser Seite:
www.theworld.org/the-world-in-words-podcast
@Patrick Cox: Everytime I listen, your podcasts makes my day!
6. Was ist dein Lieblingswort?
Ich habe ganz viele Lieblingswörter. Auf Chinesisch ist es zum Beispiel 包子 [bāo zi]. Das einzige Wort, bei dem ich die Töne richtig treffe.
Auf Bairisch mag ich das Wort „wax“ - das ist ein Wort, wofür ich seit Jahren nach einer guten Übersetzung ins Hochdeutsche suche. Dieses Wort beschreibt das Gefühl,
das man hat, wenn man zu Beginn des Sommers barfuß über einen Weg mit kleinen Kieselsteinen geht.
Auf Portugiesisch bestelle ich gerne „dois galãoes“ (dt. zwei Gestreifte). In Lissabon gibt es nämlich (meiner Meinung nach) den besten Milchkaffee.
Auf Finnisch mag ich es „Hyvää ruokahalua!“ zu sagen.
Irgendwie könnte ich diese Liste über viele, viele Seiten hin fortsetzen. Aber das erspare ich euch besser.
7. Welches Wort kannst du dir überhaupt nicht merken? /Was ist dein schwierigstes Wort?
Ich vergesse immer, was „vergessen“ auf Portugiesisch heißt.
8.Was kannst du in einer neuen Sprache ganz schnell lernen?
Als erstes lerne ich immer Wortschatz, der mit Kochen und der Küche eines Landes zu tun hat. - Kein Wunder, denn ich habe eine ziemlich große Sammlung von
Kochbüchern in den unterschiedlichsten Sprachen.
9.Was ist dein persönlicher Tipp für alle Sprachen-Lerner?
Mein Tipp: Niemals Angst vor dem ersten Satz in der Fremdsprache haben. Am besten und schnellsten lernt man eine Sprache, wenn man sich die Ohren zuhält und dann
einfach losplappert.
10. Was ist dein Lieblings-Sprichwort? / Weißt du einen guten Zungenbrecher?
Einer meiner Lieblingszungenbrecher ist: „Zwischen zwei Zwetschgenbäumen zwitschern zwei Schwalben“. Versucht mal das ganz schnell hintereinander zu sprechen ...
Der Wechsel vom z-laut auf den sch-Laut am Ende hat es nämlich in sich!
11. Was war das erste Wort, das du sprechen konntest?
Mein erstes Wort war (nach Aussage meines Vaters und der muss es wissen, er war dabei): Tee!
Ausgesprochen mit einem Ausrufezeichen, denn ich habe keinesfalls höflich um Tee gebeten. Nein, ich habe nach „Tee!“ verlangt.
Auch heute noch beginnt ein guter Tag für mich mit einer Tasse grünem Kirschblüten-Tee.
Allerdings kann ich mir den Tee mittlerweile selbst zubereiten und muss nicht andere für mich schuften lassen.
12. Wie würdest du dich selbst in einem Satz beschreiben?
Wie man aus meinen eher epischen Antworten auf kurze und knappe Fragen sofort ersehen kann, ist es leider nicht möglich mich mit nur einem Satz auch nur
annähernd zu beschreiben ;)
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