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Tipps zum erfolgreichen Vokabellernen


 
von Christine Tettenhammer
 
Mal angenommen, Sie lernen schnell die Aussprache-Regeln der Sprache und sind dann in der Lage einen Text fehlerfrei und wohlklingend vorzulesen – verstanden haben Sie ihn aber noch lange nicht. Oder angenommen, Sie verstehen die Struktur der Sprache und die Regeln der Grammatik ohne Mühe – Sätze können Sie aber ohne entsprechendes Vokabel-Wissen noch lange nicht bilden.
 

Wortschatz-Wissen ist die Grundlage des Lernens einer jeden neuen Sprache

Um sich den Wortschatz einer neuen Sprache anzueignen, führt kein Weg um das Lernen herum (und manchmal ist damit einfach nur Auswendiglernen gemeint). Um erfolgreich Vokabeln zu lernen, sollten Sie sich zu Beginn vor Augen führen, was in Ihrem Kopf beim Lernen passiert: Lernen ist eine Gedächtnisleistung, bei der Informationen verarbeitet, miteinander verknüpft und gespeichert werden. Nicht immer aber werden die verarbeiteten Informationen für lange Zeit behalten. Die Gefahr, dass sie wieder verloren gehen und vergessen werden, ist ständig gegeben.
 
Um dem Vergessen vorzubeugen und Ihren Lernerfolg zu garantieren, geben wir an dieser Stelle in den kommenden Tagen und Wochen unser gesammeltes Wissen über das Vokabellernen an Sie weiter.
 
Wir möchten Sie mit dieser Artikelserie anregen, Ihre Lernstrategien und -techniken zu überdenken und Sie dazu inspirieren Neues auszuprobieren. Gleichzeitig finden Sie in jedem dieser Artikel gut strukturierte Vokabel-Listen mit interessantem und nützlichem Wortschatz, die Sie kostenlos zum Lernen verwenden können.
 
Bitte vergessen Sie bei Ihrer Wortschatz-Arbeit nicht:
  • Jeder von uns lernt anders. Ein Patentrezept, das hundertprozentig bei jeder und jedem funktioniert, gibt es nicht. Sie müssen ein bisschen mit sich selbst experimentieren, um Ihren eigenen Weg zum Erfolg zu finden.
  • Nur wer abwechslungsreich lernt, lernt erfolgreich. Lernen ist immer ein Prozess der Vernetzung von Neuem mit Bekanntem. Wer dabei immer den selben Weg geht, langweilt sein Gehirn und die Verknüpfungen werden nicht stabil und dauerhaft, sondern nur oberflächlich und nicht dauerhaft angelegt.
    Wer sich Vokabeln für lange Zeit merken will, muss seinen Kopf vor interessante und spannende Herausforderungen stellen.
  • Nur wer strukturiert lernt, lernt auf Dauer. Gerade beim Lernen von Vokabeln sollten Sie nicht wild und planlos drauf loslernen. Auch der Wortschatz in Ihrer Muttersprache ist in Ihrem Gehirn in Strukturen abgelegt und miteinander verknüpft. Und wenn Sie eine weitere Sprache lernen, werden solche Strukturen und „Schubladen“ ebenfalls zum Sammeln und Ablegen des Wissens angelegt.
    Sie kommen dem Verarbeitungsprozess sehr entgegen, wenn Sie Ihrem Gehirn neuen Wortschatz und neues Wissen schon strukturiert aufbereitet anbieten. Gerade hierzu haben wir viele spannende und erfolgversprechende Übungen für Sie zusammengestellt.

 
Möchten Sie gleich weiterlesen? Mehr Artikel zu diesem Thema finden Sie hier:
 
Wie lernt das menschliche Gehirn? (ein Artikel von Christoph Gollub)
 
Welcher Lerntyp sind Sie? (ein Artikel von Konstanze Fassbinder)
 
Faktoren für Ihren Lernerfolg (ein Artikel von Christine Tettenhammer)
 

 
 

Über die Autorin

1. Welche Sprachen (und Dialekte) sprichst du?
Ich spreche Deutsch und Bairisch als „Vatersprachen“. In der Schule habe ich Englisch, Französisch und (auch ach!) Latein gelernt.
 
In der Post-Schul-Ära meines Lebens habe ich begonnen Spanisch und Portugiesisch zu lernen.
Seit ich bei Sprachenlernen24 arbeite, begegne ich jeden Tag einer neuen, interessanten Sprache und versuche wenigstens „hallo“ zu lernen.
 
2. Welche Sprachen lernst du gerade?
Gerade lerne ich Kroatisch und ich hoffe, dass ich dann auch schnell einiges auf Bosnisch und Serbisch sagen kann. Anschließend muss ich wohl Niederländisch lernen, denn ich habe ein neues Kochbuch und das heißt „de snelle keuken“.
 

 
3.Wo hast du deinen letzten Urlaub verbracht?
Ende letzten Jahres war ich viel unterwegs: Angefangen habe ich in Tschechien. Dort war ich drei wundervolle Tage lang mit Freunden im Böhmerwald zum Wandern unterwegs. Nach so viel Natur, wollte ich mal eine neue Stadt kennenlernen und so bin ich in Amsterdam gelandet.
 
Lange Spaziergänge entlang der Grachten haben mich zum Rijksmuseum, dem Van-Gogh-Museum und zurück gebracht. Ich habe auch gelernt, was „eten uit de muur“ (dt. aus der Wand essen) bedeutet und, dass ich das eher weniger schätze. Danach habe ich in Marrakesch einen frisch gepressten Orangensaft auf dem Djemaa el Fna getrunken und bin den Spuren von Elias Canettis „Stimmen von Marrakesch“ gefolgt. Auf dem Rückweg nach München „musste“ ich einen Stopp einlegen und mir Madrid anschauen.
 
In Madrid gibt es im Dezember einen Christkindlmarkt auf der Plaza Mayor. Ich habe mich in das Museo Reina Sofía verliebt. Natürlich habe ich auch so manche caña getrunken und bin jetzt aficionado der Museo de Jamón in Madrid! - Dazwischen war ich immer mal wieder kurz zu Hause zum Blumengießen.
 
4. Wohin geht deine nächste Reise?
Als nächstes besuche ich meine Freunde in Rom. Ciao Gabriella! Ciao Gary! - Wärmt schon mal den Pizza-Ofen vor! Und im Frühsommer kann man mich in Bilbao treffen, wo ich mir einen lang gehegten Herzenswunsch erfülle und endlich ins Museo Guggenheim gehe!
 
Was ist deine Lieblingsseite zum Sprachenlernen im Web?
Neben dem Blog von Sprachenlernen24 bin ich häufiger Gast auf dieser Seite: www.theworld.org/the-world-in-words-podcast @Patrick Cox: Your podcast makes my day!
 
6. Was ist dein Lieblingswort?
Ich habe ganz viele Lieblingswörter. Auf Chinesisch ist es zum Beispiel 包子 [bāo zi]. Das einzige Wort, bei dem ich die Töne richtig treffe.
 
Auf Bairisch mag ich das Wort „wax“ - das ist ein Wort, wofür ich seit Jahren nach einer guten Übersetzung ins Hochdeutsche suche. Dieses Wort beschreibt das Gefühl, das man hat, wenn man zu Beginn des Sommers barfuß über einen Weg mit kleinen Kieselsteinen geht.
 
Auf Portugiesisch bestelle ich gerne „dois galãoes“ (dt. zwei Gestreifte). In Lissabon gibt es nämlich (meiner Meinung nach) den besten Milchkaffee.
 
Auf Finnisch mag ich es „Hyvää ruokahalua!“ zu sagen.
Irgendwie könnte ich diese Liste über viele, viele Seiten hin fortsetzen. Aber das erspare ich euch besser.
 
7. Welches Wort kannst du dir überhaupt nicht merken? /Was ist dein schwierigstes Wort?
Ich vergesse immer, was „vergessen“ auf Portugiesisch heißt.
 
8.Was kannst du in einer neuen Sprache ganz schnell lernen?
Als erstes lerne ich immer Wortschatz, der mit Kochen und der Küche eines Landes zu tun hat. - Kein Wunder, denn ich habe eine ziemlich große Sammlung von Kochbüchern in den unterschiedlichsten Sprachen.
 
9.Was ist dein persönlicher Tipp für alle Sprachen-Lerner?
Mein Tipp: Niemals Angst vor dem ersten Satz in der Fremdsprache haben. Am besten und schnellsten lernt man eine Sprache, wenn man sich die Ohren zuhält und dann einfach losplappert.
 
10. Was ist dein Lieblings-Sprichwort? / Weißt du einen guten Zungenbrecher?
Einer meiner Lieblingszungenbrecher ist: „Zwischen zwei Zwetschgenbäumen zwitschern zwei Schwalben“. Versucht mal das ganz schnell hintereinander zu sprechen ... Der Wechsel vom z-laut auf den sch-Laut am Ende hat es nämlich in sich!
 
11. Was war das erste Wort, das du sprechen konntest?
Mein erstes Wort war (nach Aussage meines Vaters und der muss es wissen, er war dabei): Tee!
Ausgesprochen mit einem Ausrufezeichen, denn ich habe keinesfalls höflich um Tee gebeten. Nein, ich habe nach „Tee!“ verlangt.
Auch heute noch beginnt ein guter Tag für mich mit einer Tasse grünem Kirschblüten-Tee.
Allerdings kann ich mir den Tee mittlerweile selbst zubereiten und muss nicht andere für mich schuften lassen.
 
12. Wie würdest du dich selbst in einem Satz beschreiben?
Wie man aus meinen eher epischen Antworten auf kurze und knappe Fragen sofort ersehen kann, ist es leider nicht möglich mich mit nur einem Satz auch nur annähernd zu beschreiben ;)
 

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