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„Tipps zum Sprachenlernen mit Texten: Schneller lesen lernen!“


 
von Christine Tettenhammer
 

 
Erinnern Sie sich noch an den Artikel dieser Serie, der die Frage beantwortet hat "Wie funktioniert lesen?
 
Lesen läuft als ein Verstehensprozess in Sekundenschnelle in unserem Gehirn ab.
 
Wenn sich das Gehirn mit Sätzen und Absätzen – also einem längeren Text befasst, passiert in unserem Gehirn Folgendes: Nach der Analyse von einzelnen Wort, wird der ganze Satz gelesen.
 
Das Gehirn des Lesers erkennt nun den Zusammenhang der Wörter und Wortgruppen. Blitzschnell analysiert es, in welchem Verhältnis die Wörter zueinander stehen: Was ist das Subjekt des Satzes? Wo finde ich das Verb? In welcher Zeitform steht das Verb – in der Vergangenheit, der Gegenwart oder der Zukunft ...
 
Wenn die einzelnen Sätze erkannt und gelesen wurden, beschäftigt sich unser Gehirn mit ganzen Abschnitten bzw. semantischen Einheiten. Es versucht Zusammenhänge in der Handlung, dem beschriebenen Geschehen oder den geschilderten Fakten auszumachen. Darüber hinaus geht es auch um die Frage, was Ursachen und Folgen der erhaltenen Information im Text sein könnten.
 
Dabei durchlaufen nur Kinder, die das Lesen gerade lernen, diesen Prozess Schritt für Schritt und arbeiten sich Buchstabe für Buchstabe durch ein Wort.
 
Wer schon Erfahrungen beim Lesen hat (und eine ausreichend große Anzahl an Wörtern und ihre Bedeutung kennt), fixiert das zu lesende Wort oder den zu lesenden Text und erkennt mehrere Buchstaben, ja sogar mehrere Wörter auf einmal.
 
Mit dieser Technik des Fixierens mehrerer Wörter auf einmal, kann ein durchschnittlicher deutscher Leser zwischen 150 und 200 Wörter in der Minute erkennen, lesen und verstehen. Je geübter und erfahrener ein Leser ist, desto schneller wird er beim Lesen.
 
Ein Weltrekordhalter im Schnell-Lesen schafft es, bis zu 3.000 Wörter in einer Minute zu lesen und von dem gelesenen Text bis zu 70 Prozent des Inhalts zu verstehen.
 
Solche Weltrekorde kann man aber nur unter idealen Bedingungen aufstellen. Der Text muss perfekt für das Schnelllesen vorbereitet worden sein.
 
Diese Idealbedingungen führen uns nun zu der Frage, was auf die Geschwindigkeit unseres Lesens Einfluss nehmen kann?
 

Was beeinflusst die Geschwindigkeit des Lesens?

Auf die mögliche Maximalgeschwindigkeit des Lesens, haben unterschiedliche Faktoren Einfluss:
 
  • Sitzhaltung: Alleine die Haltung des Lesers hat einen messbaren Einfluss auf seine Lesegeschwindigkeit. Wer aufrecht und mit guter Körperspannung sitzt, kann sich gut konzentrieren.
    Wer dagegen ganz gemütlich auf einer Couch liegt, kann sich weniger gut in einen Text vertiefen. Alleine durch die fehlende Spannung des Körpers befindet sich der Leser in einem Entspannungszustand, der es erschwert sich zu konzentrieren.

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  • Beleuchtung: Auch das Licht der Umgebung hat einen messbaren Einfluss auf die Geschwindigkeit des Lesens. Wer bei schummeriger Beleuchtung einen Text lesen soll, dessen Augen ermüden (alleine durch die erhöhte Anstrengung, das mangelnde Licht auszugleichen) schneller. Dies hat wieder negative Auswirkungen auf die Konzentration beim Lesen.

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  • In engem Zusammenhang mit den Lichtverhältnissen beim Lesen steht der Kontrast den der Druck des Textes dem Leser bietet. Eine graue Schrift auf einem weißen Papier kann nur langsam gelesen und verstanden werden.
    Eine schwarze Schrift auf einem weißen oder gar orangefarbenen Papier hebt sich optimal ab und springt dem Leser förmlich ins Auge. Solche Texte kann man schneller erfassen.

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  • Auch der Aufbau und das Aussehen des Textes bedingen, wie schnell man eine Seite lesen und verstehen kann: Der Zeilenabstand sollte nicht zu eng sein, der Text selbst sollte in einer gut und komfortabel lesbaren Schriftart gedruckt sein und zu guter Letzt, sollte ein idealer Text in Spalten gesetzt sein.
     
    Wenn ein Text in Spalten gedruckt ist, werden die einzelnen Zeilen kürzer und enthalten auch weniger einzelnen Wörter. Diese verkürzten Zeilen kann man beim Lesen schneller erfassen.

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    Wie sollte also ein optimaler Text zum Schnelllesen aussehen?

    Der optimale Text zum Schnelllesen

    So könnte ein guter Text zum wirklich schnellen Lesen aussehen.
     
    Ein perfekter Text, den man schnell lesen und verstehen kann, ist in einer komfortabel lesbaren Schriftart in schwarzer Schrift auf einem weißen Papier in Spaltenform gedruckt.
    Der Zeilenabstand beträgt mindestens 1,5 Zeilen. Der Leser sitzt vor diesem Text in aufrechter Körperhaltung bei guter Beleuchtung.

    Was hält uns beim Lesen auf?

    Aber nicht nur die äußeren Rahmenbedingungen haben einen Einfluss auf die Geschwindigkeit, in der wir lesen können. Auch wir als Leser selbst stehen uns manchmal im Weg und verhindern, dass wir schneller lesen.
     
    Viele Leser zum Beispiel springen beim Lesen immer wieder zu einer Stelle im Text zurück, von der sie glauben, dass sie diese noch nicht verstanden haben. Das verringert die mögliche Geschwindigkeit beim Lesen natürlich enorm.
     
    Andere Leser gehen einen Text Wort für Wort durch und verlassen sich nicht darauf, dass ihr Gehirn sehr wohl in der Lage ist, auch mehrere Wörter auf einmal zu erfassen und zu verarbeiten.
     
    Wieder andere Leser neigen dazu, sich (beispielsweise beim Lesen einer Webseite) von Bildern oder Werbebannern an der Seite ablenken zu lassen. Sie betrachten ein Bild und verlieren dabei die Textstelle, an der Sie gerade gelesen haben.
     
    Ein weiteres Hemmnis beim Schnelllesen ist das „innere, laute Mitsprechen“. Wenn man einen Text liest, neigt man dazu sich diesen im Kopf selbst vorzulesen und artikuliert die Laute der Wörter innerlich. Auch dies führt dazu, dass man langsamer wird.
     

    Wie können Sie schneller lesen?

    Was können Sie nun also tun, um beim Lesen schneller zu werden?
     
    Versuchen Sie sich selbst beim Lesen zu beobachten: Wie lesen Sie? Was hält Sie persönlich am meisten auf?
     
    Suchen Sie sich – wenn Sie vorhaben einen Text schnell zu lesen – einen ruhigen und ideal beleuchteten Ort aus. Dort nehmen Sie eine aufrechte und konzentrierte Körperhaltung ein.
     
    Nun versuchen Sie ganz bewusst darauf zu vertrauen, dass ihr Gehirn wirklich mehrere Wörter (und das sehr schnell) auf einmal verarbeiten kann. Lassen Sie Ihre Augen über das Papier flitzen und lassen Sie sich von nichts von diesem Text ablenken.
     
    Wenn Sie dazu neigen, sich die Wörter im Stillen vorzulesen, so versuchen Sie ganz bewusst diesen Reflex zu unterdrücken.
     
    Auch, wenn Sie das Gefühl haben eine Stelle noch nicht verstanden zu haben, so überspringen Sie diese erst mal. Lesen Sie einfach weiter. Wenn sich im Nachhinein herausstellen sollte, dass diese Stelle doch wirklich wichtig war, können Sie sie immer noch nachlesen.
     
    Viel Spaß beim Schnelllesen wünscht
     
    die Redaktion von Sprachenlernen24
     
     

    Über die Autorin

    1. Welche Sprachen (und Dialekte) sprichst du?
    Ich spreche Deutsch und Bairisch als „Vatersprachen“. In der Schule habe ich Englisch, Französisch und (auch ach!) Latein gelernt.
     
    In der Post-Schul-Ära meines Lebens habe ich begonnen Spanisch und Portugiesisch zu lernen.
    Seit ich bei Sprachenlernen24 arbeite, begegne ich jeden Tag einer neuen, interessanten Sprache und versuche wenigstens „hallo“ zu lernen.
     
    2. Welche Sprachen lernst du gerade?
    Gerade lerne ich Kroatisch und ich hoffe, dass ich dann auch schnell einiges auf Bosnisch und Serbisch sagen kann. Anschließend muss ich wohl Niederländisch lernen, denn ich habe ein neues Kochbuch und das heißt „de snelle keuken“.
     

     
    3.Wo hast du deinen letzten Urlaub verbracht?
    Ende letzten Jahres war ich viel unterwegs: Angefangen habe ich in Tschechien. Dort war ich drei wundervolle Tage lang mit Freunden im Böhmerwald zum Wandern unterwegs. Nach so viel Natur, wollte ich mal eine neue Stadt kennenlernen und so bin ich in Amsterdam gelandet.
     
    Lange Spaziergänge entlang der Grachten haben mich zum Rijksmuseum, dem Van-Gogh-Museum und zurück gebracht. Ich habe auch gelernt, was „eten uit de muur“ (dt. aus der Wand essen) bedeutet und, dass ich das eher weniger schätze. Danach habe ich in Marrakesch einen frisch gepressten Orangensaft auf dem Djemaa el Fna getrunken und bin den Spuren von Elias Canettis „Stimmen von Marrakesch“ gefolgt. Auf dem Rückweg nach München „musste“ ich einen Stopp einlegen und mir Madrid anschauen.
     
    In Madrid gibt es im Dezember einen Christkindlmarkt auf der Plaza Mayor. Ich habe mich in das Museo Reina Sofía verliebt. Natürlich habe ich auch so manche caña getrunken und bin jetzt aficionado der Museo de Jamón in Madrid! - Dazwischen war ich immer mal wieder kurz zu Hause zum Blumengießen.
     
    4. Wohin geht deine nächste Reise?
    Als nächstes besuche ich meine Freunde in Rom. Ciao Gabriella! Ciao Gary! - Wärmt schon mal den Pizza-Ofen vor! Und im Frühsommer kann man mich in Bilbao treffen, wo ich mir einen lang gehegten Herzenswunsch erfülle und endlich ins Museo Guggenheim gehe!
     
    Was ist deine Lieblingsseite zum Sprachenlernen im Web?
    Neben dem Blog von Sprachenlernen24 bin ich häufiger Gast auf dieser Seite: www.theworld.org/the-world-in-words-podcast @Patrick Cox: Your podcast makes my day!
     
    6. Was ist dein Lieblingswort?
    Ich habe ganz viele Lieblingswörter. Auf Chinesisch ist es zum Beispiel 包子 [bāo zi]. Das einzige Wort, bei dem ich die Töne richtig treffe.
     
    Auf Bairisch mag ich das Wort „wax“ - das ist ein Wort, wofür ich seit Jahren nach einer guten Übersetzung ins Hochdeutsche suche. Dieses Wort beschreibt das Gefühl, das man hat, wenn man zu Beginn des Sommers barfuß über einen Weg mit kleinen Kieselsteinen geht.
     
    Auf Portugiesisch bestelle ich gerne „dois galãoes“ (dt. zwei Gestreifte). In Lissabon gibt es nämlich (meiner Meinung nach) den besten Milchkaffee.
     
    Auf Finnisch mag ich es „Hyvää ruokahalua!“ zu sagen.
    Irgendwie könnte ich diese Liste über viele, viele Seiten hin fortsetzen. Aber das erspare ich euch besser.
     
    7. Welches Wort kannst du dir überhaupt nicht merken? /Was ist dein schwierigstes Wort?
    Ich vergesse immer, was „vergessen“ auf Portugiesisch heißt.
     
    8.Was kannst du in einer neuen Sprache ganz schnell lernen?
    Als erstes lerne ich immer Wortschatz, der mit Kochen und der Küche eines Landes zu tun hat. - Kein Wunder, denn ich habe eine ziemlich große Sammlung von Kochbüchern in den unterschiedlichsten Sprachen.
     
    9.Was ist dein persönlicher Tipp für alle Sprachen-Lerner?
    Mein Tipp: Niemals Angst vor dem ersten Satz in der Fremdsprache haben. Am besten und schnellsten lernt man eine Sprache, wenn man sich die Ohren zuhält und dann einfach losplappert.
     
    10. Was ist dein Lieblings-Sprichwort? / Weißt du einen guten Zungenbrecher?
    Einer meiner Lieblingszungenbrecher ist: „Zwischen zwei Zwetschgenbäumen zwitschern zwei Schwalben“. Versucht mal das ganz schnell hintereinander zu sprechen ... Der Wechsel vom z-laut auf den sch-Laut am Ende hat es nämlich in sich!
     
    11. Was war das erste Wort, das du sprechen konntest?
    Mein erstes Wort war (nach Aussage meines Vaters und der muss es wissen, er war dabei): Tee!
    Ausgesprochen mit einem Ausrufezeichen, denn ich habe keinesfalls höflich um Tee gebeten. Nein, ich habe nach „Tee!“ verlangt.
    Auch heute noch beginnt ein guter Tag für mich mit einer Tasse grünem Kirschblüten-Tee.
    Allerdings kann ich mir den Tee mittlerweile selbst zubereiten und muss nicht andere für mich schuften lassen.
     
    12. Wie würdest du dich selbst in einem Satz beschreiben?
    Wie man aus meinen eher epischen Antworten auf kurze und knappe Fragen sofort ersehen kann, ist es leider nicht möglich mich mit nur einem Satz auch nur annähernd zu beschreiben ;)
     

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