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Tipps zum Übersetzen vom Deutschen ins Italienische (für Anfänger)


 
von Regina Schwojer

Problemfelder beim Übersetzen vom Deutschen ins Italienische

Dieser Artikel richtet sich an Anfänger, die aus dem Deutschen ins Italienische übersetzen wollen.
 
Wir haben zu diesem Themenbereich einige immer wiederkehrende Problemfälle zusammengetragen und werden erklären, wie diese typischen Übersetzungsfehler zustande kommen und worauf man achten muss, um sie zu vermeiden.
 
Klare und einfache Beispiele zu jedem Problemfeld sollen anschließend der Veranschaulichung dienen.
 

Fehler beim Übersetzen vom Deutschen ins Italienische zu machen liegt in der Natur der Sache!

Wie Sie vielleicht bereits im einführenden Artikel zum Übersetzen aus und in die Muttersprache gelesen haben, ist es wesentlich schwieriger aus dem Deutschen ins Italienische zu übersetzen als andersherum.
 
Seien Sie daher nicht zu streng mit sich, wenn es mal nicht so gut klappt! Das liegt gewissermaßen in der Natur der Sache und fällt auch guten Sprechern meist sehr schwer.
 
Es folgen einige typische Anfängerfehler:
 

Schwierigkeiten bei der korrekten Übersetzung von Pluralwörtern

Es gibt einige Wörter die im Deutschen nur im Plural auftauchen, im Italienischen dagegen im Regelfall im Singular stehen.
 
Dieser Unterschied muss selbstverständlich auch beim Angleichen der Adjektive und Verben beachtet werden.
 
Beispiel:
die Leute [Plural] - la gente [Singular]
 
Bei wesentlich mehr Wörtern ist es jedoch der Fall, dass das Wort im Deutschen ein ganz normales Singular-Wort ist, aber im Italienischen ein Pluralwort.
 
Beispiele:
die Brille [Singular] - gli occhiali [Plural]
die Umgebung [Singular] - i dintorni [Plural]
 

Schwierigkeiten bei der Stellung der Adjektive

Allgemein stehen im Italienischen die Adjektive nach dem Nomen, auf das sie sich beziehen. Dieser Grundsatz gilt immer bei Nationalitäten, Adjektiven mit Adverb, von Nomen abgeleiteten Adjektiven und bei Adjektiven, die geometrische Formen beschreiben.
 
Beispiele:
 
ein deutsches [Adjektiv] Mädchen [Nomen] - una ragazza [Nomen] tedesca [Adjektiv]
ein sehr nettes Mädchen - una ragazza molto gentile
die Staatsbahn - le ferrovie statali
der runde Tisch - il tavolo rotonda
 
Leider gibt es zu dieser Regel einige Ausnahmen:
Beschreibt das Adjektiv beispielsweise keine spezifische Eigenschaft, sondern eher eine allgemeine, so steht das Adjektiv meist vor dem Nomen.
Beispiele:
ein braves [Adjektiv] Mädchen [Nomen] - una brava [Adjektiv] ragazza [Nomen]
ein schöner Mann - un bell' uomo
ein kleines Geschenk - un piccolo regalo
 
Stehen bei einem Nomen ein allgemeines und ein spezifisches Adjektiv, so steht eines vor und eines nach dem Nomen.
Beispiele:
eine schöne [Adjektiv 1], antike [Adjektiv 2] Vase [Nomen] - un bel [Adjektiv 1] vaso [Nomen] antico [Adjektiv 2]
ein kleiner, runder Tisch - un piccolo tavolo rotondo
 
Bei manchen Wörter verändert sich je nach der Stellung des Adjektivs sogar die Bedeutung.
Beispiele:
ein großartiges Bild - un grande squadro
ein großes Bild - un squadro grande
eine einzige Person - una sola persona
eine Person, die allein ist - una persona sola
 

Wann braucht man ein Subjekt im italienischen Satz?

Sicher wissen Sie schon, dass das Italienische anders als das Deutsche kein obligatorisches Subjekt braucht.
 
Beispiel:
 
Er bestellt einen Kaffee. - Ordina un caffè.
 
Geben Sie jedoch beim Übersetzen zusammenhängender Texte gut auf den Kontext acht.
Wenn das Subjekt wechselt oder nicht mehr klar ist, auf welchen Satzteil sich das Verb bezieht, muss das Subjekt eben doch genannt werden.
 
Beispiel:
 
Paolo und Maria treffen sich in der Bar.
Er bestellt einen Kaffee.
Sie nimmt nur ein Glas Wasser.
Er zahlt für beide.
 
Paolo e maria si incontrano al bar.
Lui ordina un caffè.
Lei prende soltanto un bicchiere d'acqua.
Lui paga per tutti e due.
 

Übersetzung des deutschen Modalverbs „können“

Das deutsche Wort können ist ein wahrer Alleskönner! Im Italienischen kann man 'können' jedoch nicht immer eins zu eins mit 'potere' übersetzen.
 
Je nach Kontext müssen andere Wörter verwendet werden.
'Sapere' heißt soviel wie 'die nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten zu besitzen'.
'Riuscire' wird im Sinne von 'etwas schaffen, etwas gelingt jemandem' verwendet.

 
Will man betonen, dass man etwas (nicht) tun kann, weil man keine Erlaubnis dazu hat, kann man das mit Ausdrücken wie 'avere il permesso' betonen.
 
Beispiele:
 
Ich kann Englisch sprechen. - So parlare l'inglese.
Ich kann Tango tanzen. - So ballare il tango.
Ich kann die Flasche nicht öffnen. - Non riesco ad aprire la bottiglia.
Ich kann ihn nicht verstehen. - Non riesco a capirlo.
Ich kann/darf heute Abend nicht weggehen. - Non posso uscire statsera. /Non ho il permesso di uscire stasera.

 
Viel Spaß beim Italienisch-Übersetzen wünschen Ihnen
 
die Redakteure von Sprachenlernen24
 
 

Über die Autorin

1. Welche Sprachen (und Dialekte) sprichst du?
Deutsch, Englisch und Italienisch spreche ich ziemlich gut; Niederländisch immerhin gut genug, um meine Mitmenschen zu erheitern. Aus der Schule habe ich zu meinem großen Erstaunen genug Französisch mitgenommen, um Pantomimespiele mit französischen Austauschschülern zu leiten, und genug Latein, um mich mit Nachhilfe über Wasser zu halten. Dank meinen Eltern beherrsche ich Oberbayrisch und Lechrainer zumindest passiv.
 
2. Welche Sprachen lernst du gerade?
Gerade sollte ich wie verrückt Italienisch pauken, um mich auf meine Zwischenprüfung vorzubereiten. Mein Niederländisch zu verbessern zählt auch zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Ich spiele mit dem Gedanken bald mit einer neuen Sprache zu starten, denn „jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ und meiner Meinung nach macht Sprachenlernen ganz zu Beginn am meisten Spaß.
 
3. Wo hast du deinen letzten Urlaub verbracht?
Ich habe in Ligurien mit einem hoffnungslos überpackten Fahrrad jeden Tag 500 Höhenmeter überwunden, bin dann ins wunderschön-blaue Meer gesprungen und habe jede Nacht wie ein Stein in meinem Zelt geschlafen.
 
4. Wohin geht deine nächste Reise?
In die Niederlande, nach Arnhem. Poffertjes, Stroopwaffels und Arnhemer meisjes, ich komme!
 
5.Was ist deine Lieblingsseite zum Sprachenlernen im Web?
Schwer zu sagen. Ich benutze oft Internetwörterbücher, muss mich aber immer rasend über die vielen Fehler aufregen. Ich fürchte die Antwort ist...Sprachenlernen24.
 
6. Was ist dein Lieblingswort?
Supercalifragilisticexpialidocious.
 
7. Welches Wort kannst du dir überhaupt nicht merken?
Lustigerweise kann ich mir die allerbanalsten Sachen am schwersten merken. Nach zwölf Jahren Englisch verwechsle ich zum Beispiel immer noch "lend" und "borrow". Wenn ich den ganzen Tag auf Englisch gedacht habe, kommt es aber auch vor, dass mir deutsche Wörter nicht mehr einfallen.
 
8. Was kannst du in einer neuen Sprache ganz schnell lernen?
Nomen, Adjektive und Verben - Konjunktionen brauchen dagegen immer ihre Zeit.
 
9. Was ist dein persönlicher Tipp für alle Sprachen-Lerner?
Vor allem wenn man mehrere Sprachen spricht oder lernt, sollte man die sich daraus ergebenden Vorteile gezielt nutzen. Kennt man ein verwandtes Wort in einer anderen Sprache, hat man schon die halbe Miete! Scheint man den Überblick zu verlieren, sollte man sich die Gemeinsamkeiten und Unterschiede noch einmal deutlich machen.
 
10. Was ist dein Lieblings-Sprichwort? / Weißt du einen guten Zungenbrecher?
Mein Lieblingssprichwort oder Motto stammt von Oscar Wilde und lautet "One should always be a little improbable." Der Zungenbrecher, an dem ich immer wieder scheitere, ist „Saschas Schere schneidet scharf, scharf schneidet Saschas Schere.“
 
11. Was war das erste Wort, das du sprechen konntest?
Soweit ich weiß, wurde das nicht festgehalten. Aller Wahrscheinlichkeit nach also „Mami“.
 
Wie würdest du dich selbst in einem Satz beschreiben?
Jemand, der immer über Stress klagt, aber alles was er macht, eben leidenschaftlich gerne tut.

 

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