Neue Serie auf dem Sprachenlernen24-Blog: Sprichwörter & Sprichwörtliches
von Christine Tettenhammer

Heute starten wir eine neue Artikelserie auf unserem Sprachenlernen24-Blog:
In den kommenden Wochen werden Sie an dieser Stelle immer wieder interessante Artikel und Glossen über Sprichwörter und Sprichwörtliches aus aller Welt finden.
Aber zunächst fragen wir Sie: Wie würden Sie denn ein Sprichwort definieren?
Was ist ein Sprichwort?
Sprichwörter sind Lebensregeln, die Weisheiten des Alltags bildhaft auf den Punkt bringen.
Wenn Sie zum Beispiel mit dem Lernen einer neuen Sprache beginnen, werden Sie bestimmt schon mal
mit der wohlgemeinten Wendung
Aller Anfang ist schwer konfrontiert worden sein.
Solche und andere Weisheiten des Alltags haben sich zu festen Wendungen und Reimen verfestigt, die in allen Sprachen dieser Welt zu finden sind.
Zwar haben unterschiedliche Sprachen und unterschiedliche Kulturen andere Ausformungen für ein und denselben guten Ratschlag gefunden.
Im Deutschen zum Beispiel soll man
keine schlafenden Hunde wecken – im Französischen formuliert man dieses Sprichwort mit
il ne faut pas réveiller le chat qui dort.
Übersetzt heißt das, man soll keine schlafende Katze wecken – gemeint aber ist dasselbe.
Das Chinesische – um ein weiteres Beispiel für kulturübergreifende Weisheiten zu nennen – kennt ebenfalls das Sprichwort
Wie der Vater, so der Sohn.
Auf Chinesisch heißt dies 知子莫若父。 und man kann es übersetzen mit
Niemand kennt den Sohn besser als der Vater.
Parömiologie – sprachwissenschaftliche Untersuchung dieser Alltagsweisheiten
In der Sprachwissenschaft gibt es ein eigenes Forschungsfeld, das sich mit Sammlung, Analyse und Vergleich von Sprichwörtern beschäftigt: die Parömiologie.
Der bekannteste Vertreter dieser Forschungsrichtung ist Wolfgang Mieder, ein Deutscher,
der nach Amerika ausgewandert ist und an der Universität Vermont als Professor für Deutsch in seinem Spezialbereich der Sprichwort-Forschung lehrt.
Zum Einsteig in unsere neue Serie, haben wir hier schon einige deutsche Sprichwörter für Sie gesammelt.
Deutsche Sprichwörter zum Thema „Sprachen lernen“
Wenn Sie sich mit einigen klugen Sprüchen eindecken wollen , ehe Sie sich daranmachen eine neue Sprache zu lernen
– dann finden Sie hier gesammelte Weisheiten, die sich alle auf das Sprachenlernen anwenden lassen:
- Aller Anfang ist schwer.
- Aus Fehlern wird man klug.
- Andere Länder, andere Sitten.
- Ausnahmen bestätigen die Regel.
- Der Weg ist das Ziel.
- Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
- Ein leerer Bauch studiert nicht gern.
- Man lernt nie aus.
- Übung macht den Meister.
- Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.
Mit so viel Weisheiten und klugen Sprüchen ausgestattet, wünschen wir Ihnen viel Lesevergnügen bei unserer neuen Serie.
Wir starten diese Serie gleich in dieser Woche mit einem Vergleich über
Sprichwörter im Deutschen und im Französischen.
1. Welche Sprachen (und Dialekte) sprichst du?
Ich spreche Deutsch und Bairisch als „Vatersprachen“.
In der Schule habe ich Englisch, Französisch und (auch ach!) Latein gelernt.
In der Post-Schul-Ära meines Lebens habe ich begonnen Spanisch und Portugiesisch zu lernen.
Seit ich bei Sprachenlernen24 arbeite, begegne ich jeden Tag einer neuen, interessanten Sprache und versuche wenigstens „hallo“ zu lernen.
2. Welche Sprachen lernst du gerade?
Gerade lerne ich Kroatisch und ich hoffe, dass ich dann auch schnell einiges auf Bosnisch und Serbisch sagen kann.
Anschließend muss ich wohl Niederländisch lernen, denn ich habe ein neues Kochbuch und das heißt „de snelle keuken“.
3.Wo hast du deinen letzten Urlaub verbracht?
Ende letzten Jahres war ich viel unterwegs: Angefangen habe ich in Tschechien. Dort war ich drei wundervolle Tage lang mit Freunden im Böhmerwald zum Wandern unterwegs.
Nach so viel Natur, wollte ich mal eine neue Stadt kennenlernen und so bin ich in Amsterdam gelandet.
Lange Spaziergänge entlang der Grachten haben mich zum
Rijksmuseum, dem
Van-Gogh-Museum und zurück gebracht. Ich habe auch gelernt, was „eten op de muur“ (dt. aus der Wand essen) bedeutet und,
dass ich das eher weniger schätze. Danach habe ich in Marrakesch einen frisch gepressten Orangensaft auf dem Djemaa el Fna getrunken und bin den Spuren von Elias Canettis „Stimmen von Marrakesch“ gefolgt. Auf dem Rückweg nach München „musste“
ich einen Stopp einlegen und mir Madrid anschauen.
In Madrid gibt es im Dezember einen Christkindlmarkt auf der Plaza Mayor. Ich habe mich in das
Museo Reina Sofía. Natürlich habe ich auch so manche caña getrunken und bin jetzt
aficionado der
Museo de Jamón in Madrid! - Dazwischen war ich immer mal wieder kurz zu Hause zum Blumengießen.
4. Wohin geht deine nächste Reise?
Als nächstes besuche ich meine Freunde in Rom. Ciao Gabriella! Ciao Gary! - Wärmt schon mal den Pizza-Ofen vor!
Und im Frühsommer kann man mich in Bilbao treffen, wo ich mir einen lang gehegten Herzenswunsch erfülle und endlich ins
Museo Guggenheim gehe!
Was ist deine Lieblingsseite zum Sprachenlernen im Web?
Neben dem Blog von Sprachenlernen24 bin ich häufiger Gast auf dieser Seite:
www.theworld.org/the-world-in-words-podcast
@Patrick Cox: Everytime I listen, your podcasts makes my day!
6. Was ist dein Lieblingswort?
Ich habe ganz viele Lieblingswörter. Auf Chinesisch ist es zum Beispiel 包子 [bāo zi]. Das einzige Wort, bei dem ich die Töne richtig treffe.
Auf Bairisch mag ich das Wort „wax“ - das ist ein Wort, wofür ich seit Jahren nach einer guten Übersetzung ins Hochdeutsche suche. Dieses Wort beschreibt das Gefühl,
das man hat, wenn man zu Beginn des Sommers barfuß über einen Weg mit kleinen Kieselsteinen geht.
Auf Portugiesisch bestelle ich gerne „dois galãoes“ (dt. zwei Gestreifte). In Lissabon gibt es nämlich (meiner Meinung nach) den besten Milchkaffee.
Auf Finnisch mag ich es „Hyvää ruokahalua!“ zu sagen.
Irgendwie könnte ich diese Liste über viele, viele Seiten hin fortsetzen. Aber das erspare ich euch besser.
7. Welches Wort kannst du dir überhaupt nicht merken? /Was ist dein schwierigstes Wort?
Ich vergesse immer, was „vergessen“ auf Portugiesisch heißt.
8.Was kannst du in einer neuen Sprache ganz schnell lernen?
Als erstes lerne ich immer Wortschatz, der mit Kochen und der Küche eines Landes zu tun hat. - Kein Wunder, denn ich habe eine ziemlich große Sammlung von
Kochbüchern in den unterschiedlichsten Sprachen.
9.Was ist dein persönlicher Tipp für alle Sprachen-Lerner?
Mein Tipp: Niemals Angst vor dem ersten Satz in der Fremdsprache haben. Am besten und schnellsten lernt man eine Sprache, wenn man sich die Ohren zuhält und dann
einfach losplappert.
10. Was ist dein Lieblings-Sprichwort? / Weißt du einen guten Zungenbrecher?
Einer meiner Lieblingszungenbrecher ist: „Zwischen zwei Zwetschgenbäumen zwitschern zwei Schwalben“. Versucht mal das ganz schnell hintereinander zu sprechen ...
Der Wechsel vom z-laut auf den sch-Laut am Ende hat es nämlich in sich!
11. Was war das erste Wort, das du sprechen konntest?
Mein erstes Wort war (nach Aussage meines Vaters und der muss es wissen, er war dabei): Tee!
Ausgesprochen mit einem Ausrufezeichen, denn ich habe keinesfalls höflich um Tee gebeten. Nein, ich habe nach „Tee!“ verlangt.
Auch heute noch beginnt ein guter Tag für mich mit einer Tasse grünem Kirschblüten-Tee.
Allerdings kann ich mir den Tee mittlerweile selbst zubereiten und muss nicht andere für mich schuften lassen.
12. Wie würdest du dich selbst in einem Satz beschreiben?
Wie man aus meinen eher epischen Antworten auf kurze und knappe Fragen sofort ersehen kann, ist es leider nicht möglich mich mit nur einem Satz auch nur
annähernd zu beschreiben ;)
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