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Verborgene Schätze: Frischen Sie Ihre Sprachkenntnisse auf!


 
von Christine Tettenhammer
 
Haben Sie als Kind eine zweite Sprache gelernt und gesprochen, aber sich lange Zeit nicht mehr in dieser Sprache unterhalten?
 
Vermuten Sie, dass Sie Ihr Schul-Englisch längst vergessen haben?
 
Der letzte Spanien-Urlaub liegt bereits vier Jahre zurück, aber damals konnten Sie sich noch recht gut verständigen?
 
Eine Sprache – einmal gelernt – vergisst man nicht so schnell.
 
Wenn Sie gerade überlegen, wie Sie Ihre verloren geglaubten Sprachkenntnisse wieder auffrischen können, finden Sie hier lesenswerte Tipps:
 

Ab ins kalte Wasser! - Unternehmen Sie eine Reise

Am schnellsten werden Ihre Sprachkenntnisse zurückkommen, wenn Sie eine Reise in das Land unternehmen. Bereiten Sie sich auf die Reise vor und schauen Sie sich zum Beispiel die letzten Tage vor der Abreise Filme in der Fremdsprache an oder stimmen Sie sich auf Ihren Urlaub ein, indem Sie eine Tageszeitung aus Ihrem Reiseland im Internet lesen. So sind auch gleich über das aktuelle politische Geschehen dort informiert.
 
Außerdem sollten Sie sich die wichtigsten Regeln der Grammatik der Sprache nochmal anschauen. Konjugieren Sie wichtige Verben noch einmal in allen Zeiten durch.
 
Sobald Sie dort sind, wird automatisch ein Prozess des Erinnerns bei Ihnen einsetzen, denn Sie sind ständig (auch passiv) mit der Sprache konfrontiert. Überall lesen und hören Sie die Fremdsprache. Sie werden erstaunt sein, wie schnell Sie sich an Vokabeln erinnern und wie mühelos Sie alles bald wieder verstehen werden.
 
Nutzen Sie jede Gelegenheit sich mit Leuten zu unterhalten. Versuchen Sie konsequent in der Fremdsprache zu bleiben und weichen Sie nicht auf Englisch als Hilfssprache aus. Wenn Sie etwas nicht verstehen, fragen Sie nach. Man wird Ihnen bestimmt gerne nochmal erklären, worum es gerade ging.
 
Vergessen Sie nicht, einen Stapel leere Karteikarten mit einzupacken. Schreiben Sie sich alles auf, was Ihnen unbekannt vorkommt. Am Abend suchen Sie die Übersetzungen für diese Ausdrücke aus dem Wörterbuch heraus. Wiederholen Sie jeden Tag die Wörter, die Sie neu gelernt haben.
 

Bleiben Sie mit der Sprache in Kontakt: Nutzen Sie Medien in der Fremdsprache

Mit der Pflege von Fremdsprachenkenntnissen verhält es sich wie mit der Pflege von Freundschaften: Man muss in Kontakt bleiben.
 
Das können Sie mittlerweile ganz bequem über das Internet. Wenn Sie früher noch extra am Hauptbahnhof vorbeifahren mussten, um die englische Times, die französische Le Monde oder die türkische Hürriyet zu bekommen, sind die Angebote dieser Tageszeitungen heute nur noch einen Klick entfernt.
 
Legen Sie sich eine Linksammlung mit Ihren Lieblingsseiten der Fremdsprache an und versuchen Sie jede Woche zwei oder drei der Seiten zu besuchen. Wenn Sie bei Ihrer Lektüre auf ein unbekanntes Wort stoßen, schlagen Sie dieses einfach in einem Online-Wörterbuch nach.
 
Noch ein guter Tipp: Die Redakteure von Sprachenlernen24 lesen gerne Blogs in den Sprachen, die sie gerade lernen. Dabei sucht sich jeder Redakteur einen Blog zu seinem Lieblingsthema. So bauen wir schnell unseren Wortschatz in unseren Spezialgebieten aus.
 
Wenn Sie zum Beispiel ein englischsprachiges Blog suchen, können Sie im Blogverzeichnis von Technorati nachschlagen: www.technorati.com/blogs
 
Wenn Sie zum Beispiel Blogs auf Spanisch suchen, geben Sie als Suchbegriffe „Blog espanol“ in eine Suchmaschine Ihrer Wahl ein.
 
Natürlich können Sie auch Bücher in der Fremdsprache lesen. Kaufen Sie sich beim nächsten Urlaub einen kleinen Vorrat an interessanten Büchern. Wenn Sie den Stapel durchgelesen haben, „müssen“ Sie wieder eine Reise dorthin unternehmen...
 
 

Über die Autorin

1. Welche Sprachen (und Dialekte) sprichst du?
Ich spreche Deutsch und Bairisch als „Vatersprachen“. In der Schule habe ich Englisch, Französisch und (auch ach!) Latein gelernt.
 
In der Post-Schul-Ära meines Lebens habe ich begonnen Spanisch und Portugiesisch zu lernen.
Seit ich bei Sprachenlernen24 arbeite, begegne ich jeden Tag einer neuen, interessanten Sprache und versuche wenigstens „hallo“ zu lernen.
 
2. Welche Sprachen lernst du gerade?
Gerade lerne ich Kroatisch und ich hoffe, dass ich dann auch schnell einiges auf Bosnisch und Serbisch sagen kann. Anschließend muss ich wohl Niederländisch lernen, denn ich habe ein neues Kochbuch und das heißt „de snelle keuken“.
 

 
3.Wo hast du deinen letzten Urlaub verbracht?
Ende letzten Jahres war ich viel unterwegs: Angefangen habe ich in Tschechien. Dort war ich drei wundervolle Tage lang mit Freunden im Böhmerwald zum Wandern unterwegs. Nach so viel Natur, wollte ich mal eine neue Stadt kennenlernen und so bin ich in Amsterdam gelandet.
 
Lange Spaziergänge entlang der Grachten haben mich zum Rijksmuseum, dem Van-Gogh-Museum und zurück gebracht. Ich habe auch gelernt, was „eten op de muur“ (dt. aus der Wand essen) bedeutet und, dass ich das eher weniger schätze. Danach habe ich in Marrakesch einen frisch gepressten Orangensaft auf dem Djemaa el Fna getrunken und bin den Spuren von Elias Canettis „Stimmen von Marrakesch“ gefolgt. Auf dem Rückweg nach München „musste“ ich einen Stopp einlegen und mir Madrid anschauen.
 
In Madrid gibt es im Dezember einen Christkindlmarkt auf der Plaza Mayor. Ich habe mich in das Museo Reina Sofía. Natürlich habe ich auch so manche caña getrunken und bin jetzt aficionado der Museo de Jamón in Madrid! - Dazwischen war ich immer mal wieder kurz zu Hause zum Blumengießen.
 
4. Wohin geht deine nächste Reise?
Als nächstes besuche ich meine Freunde in Rom. Ciao Gabriella! Ciao Gary! - Wärmt schon mal den Pizza-Ofen vor! Und im Frühsommer kann man mich in Bilbao treffen, wo ich mir einen lang gehegten Herzenswunsch erfülle und endlich ins Museo Guggenheim gehe!
 
Was ist deine Lieblingsseite zum Sprachenlernen im Web?
Neben dem Blog von Sprachenlernen24 bin ich häufiger Gast auf dieser Seite: www.theworld.org/the-world-in-words-podcast @Patrick Cox: Everytime I listen, your podcasts makes my day!
 
6. Was ist dein Lieblingswort?
Ich habe ganz viele Lieblingswörter. Auf Chinesisch ist es zum Beispiel 包子 [bāo zi]. Das einzige Wort, bei dem ich die Töne richtig treffe.
 
Auf Bairisch mag ich das Wort „wax“ - das ist ein Wort, wofür ich seit Jahren nach einer guten Übersetzung ins Hochdeutsche suche. Dieses Wort beschreibt das Gefühl, das man hat, wenn man zu Beginn des Sommers barfuß über einen Weg mit kleinen Kieselsteinen geht.
 
Auf Portugiesisch bestelle ich gerne „dois galãoes“ (dt. zwei Gestreifte). In Lissabon gibt es nämlich (meiner Meinung nach) den besten Milchkaffee.
 
Auf Finnisch mag ich es „Hyvää ruokahalua!“ zu sagen.
Irgendwie könnte ich diese Liste über viele, viele Seiten hin fortsetzen. Aber das erspare ich euch besser.
 
7. Welches Wort kannst du dir überhaupt nicht merken? /Was ist dein schwierigstes Wort?
Ich vergesse immer, was „vergessen“ auf Portugiesisch heißt.
 
8.Was kannst du in einer neuen Sprache ganz schnell lernen?
Als erstes lerne ich immer Wortschatz, der mit Kochen und der Küche eines Landes zu tun hat. - Kein Wunder, denn ich habe eine ziemlich große Sammlung von Kochbüchern in den unterschiedlichsten Sprachen.
 
9.Was ist dein persönlicher Tipp für alle Sprachen-Lerner?
Mein Tipp: Niemals Angst vor dem ersten Satz in der Fremdsprache haben. Am besten und schnellsten lernt man eine Sprache, wenn man sich die Ohren zuhält und dann einfach losplappert.
 
10. Was ist dein Lieblings-Sprichwort? / Weißt du einen guten Zungenbrecher?
Einer meiner Lieblingszungenbrecher ist: „Zwischen zwei Zwetschgenbäumen zwitschern zwei Schwalben“. Versucht mal das ganz schnell hintereinander zu sprechen ... Der Wechsel vom z-laut auf den sch-Laut am Ende hat es nämlich in sich!
 
11. Was war das erste Wort, das du sprechen konntest?
Mein erstes Wort war (nach Aussage meines Vaters und der muss es wissen, er war dabei): Tee!
Ausgesprochen mit einem Ausrufezeichen, denn ich habe keinesfalls höflich um Tee gebeten. Nein, ich habe nach „Tee!“ verlangt.
Auch heute noch beginnt ein guter Tag für mich mit einer Tasse grünem Kirschblüten-Tee.
Allerdings kann ich mir den Tee mittlerweile selbst zubereiten und muss nicht andere für mich schuften lassen.
 
12. Wie würdest du dich selbst in einem Satz beschreiben?
Wie man aus meinen eher epischen Antworten auf kurze und knappe Fragen sofort ersehen kann, ist es leider nicht möglich mich mit nur einem Satz auch nur annähernd zu beschreiben ;)
 

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