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Was ist ein Dialekt?


 
von Veronika Gstöttl

 
Im heutigen Blog-Artikel widmen wir uns allgemein dem Phänomen des Dialekts.
 
Woher stammen Dialekte, wie entstehen sie und wie unterscheiden sie sich von einer eigenständigen Sprache?
 
Allein in den verschiedenen Regionen Deutschlands sind über zwanzig unterschiedliche Dialekte verankert. Sie alle bauen zwar auf der Grundform der deutschen Sprache auf, sind aber trotzdem in Klang, Aussprache und Wortvielfalt grundverschieden.
 
Außerdem wird jeder dieser Grund-Dialekte individuell geprägt durch die verbreitete Umgangssprache, den lokalen Sprachraum und auch durch den Einfluss der örtlichen Jugendkultur.
 
So entstehen fast täglich Neologismen und neue Sprachvariationen und das nicht nur im deutschsprachigen Raum. Weltweit werden neben den registrierten, offiziellen Amtssprachen aller Länder beinahe zehn mal so viele Dialekte und Abwandlungen jeder einzelnen dieser Sprachen gesprochen.
 
Und manchmal kommt es sogar vor, dass sich Menschen, die im selben Land geboren, aufgewachsen und beheimatet sind, untereinander nur mühsam verstehen. Doch wie kommt es zu dieser Entwicklung?

Warum gibt es verschiedene Dialekte?

Genauso könnte man fragen: Wieso gibt es unterschiedliche Sprachen?
 
Die Entwicklung verschiedener Kulturen und Religionen, das Aufkommen der ersten Schrift bis hin zum Buchdruck, all das waren Indikatoren für die Entfaltung neuer, innovativer, unabhängiger Sprachen und Dialekte.
 
Man kann also sagen, Dialekte sind so alt, wie die Sprache selbst, als Teil der fortwährenden Weiterentwicklung unserer Gesellschaft.

So verändern sich Dialekte

Egal, wie viele Dialekte in einem Land vorherrschen, sie haben doch alle den gleichen Sprachstandard. Im Deutschen reichen die Dialekte von Alemannisch, zu Fränkisch, über gepflegtes Kölsch, bis hin zu Saterfriesisch und Westfälisch. So unterschiedlich wie die Namen, sind auch die gesprochenen Dialekte.
 
Dialekte entwickeln sich nicht zu einem bestimmten Zweck. Es gibt unterschiedliche Theorien auf welche Art sich ein Dialekt bildet. Eine Möglichkeit ist, dass Kleinkinder beim Erlernen der Muttersprache vor allem ihr Umfeld nachahmen.
 
Da eine perfekte Nachahmung nicht möglich ist, entstehen schon in diesen Jahren die ersten Sprachabwandlungen, die sich im Laufe der Jahre immer weiter ausbauen.
 
Eine andere Möglichkeit ist der Einfluss lokaler Jugendkulturen. Ein großer Teil der Sprachveränderung in den vergangenen Jahrhunderten wird dem Generationswechsel zugeschrieben.
 
So verhält es sich auch mit der Entwicklung verschiedener Dialekte. Jede Generation bringt durch neue Lebensweisen und die zunehmende Verstädterung auch immer neue Sprachvariationen mit ein.
 
Doch wo liegt der Unterschied zwischen einer neuen Sprache und einem Dialekt, der nur eine Abwandlung einer gegebenen Sprache darstellt?

Der schmale Grad von Sprache und Dialekt

Die Sprachen Spanisch und Portugiesisch liegen von Aussprache, Klang und Wortschatz weitaus näher beieinander, als die beiden deutschen Dialekte Friesisch und Bairisch.
 
Ein Spanier könnte sich mit etwas Mühe mit einem Portugiesen verständigen, ein Bayer hingegen würde einen Friesen nur verstehen, wenn sie sich mit Händen und Füßen mitteilen würden.
 
Wo also liegt der schmale Grad, der einen Dialekt von einer Sprache unterscheidet?
 
Ein Dialekt modifiziert die bereits vorhandene Sprache lediglich. Zwar kann durch Neologismen und Vereinfachung der Worte eine neue Art der ursprünglichen Sprache entstehen, doch die Grundform bleibt dabei erhalten.
 
Von einer eigenständigen Sprache kann man aber erst sprechen, wenn der Sprachstamm, d.h. die Standardform der Sprache auch geändert wird. Dazu gehören Konjugation von Nomen, Deklination der Verben und weitere Merkmale der Grammatik.
 
Außerdem ist eine neu entwickelte Sprache auch in Schriftform, in Kultur, in der Wissenschaft und der Politik anerkannt.

Wer seinen Heimatdialekt hört, fühlt sich zu Hause

Der liebste Sprachtest eines Bayern ist der „Oachkatzlschwoaf“, zu Hochdeutsch „Eichhörnchenschwanz“. Wer dieses Wort ohne Aussetzer und Stottern sagen kann, der wird „ois oana vo uns“ erkannt.
 
In Schwaben, da „schwätze“ oder „babbeln“ die Menschen untereinander und „unterhalten“ sich nicht, wie ein Niedersachse es formulieren würde. Denn in Hannover zum Beispiel spricht man sogenanntes Schriftdeutsch, also die dialektfreiste Form des Deutschen.
 
Ein Dialekt verbindet. Hört man seine Muttersprache, fühlt man sich in guter Gesellschaft, aber hört man seinen Heimatdialekt, fühlt man sich zu Hause.

Sprachbarrieren

Unumstritten sind jedoch die eindeutig auftretenden Sprachbarrieren, die die verschiedenen Dialekte innerhalb eines Landes errichten.
 
Auch ein deutscher Komiker thematisierte diese Form der Abgrenzung und schilderte folgende Situation in einem seiner Fernsehauftritte:
 
Auf einer seiner Tourneereisen sei es ihm passiert, dass ihn ein örtlicher Lichttechniker angebellt habe. Dieser Meinung war er so lange, bis er erkannte, dass es sich wohl doch um eine Sprache handeln musste. Seine Verblüffung war jedoch schier grenzenlos, als ihm bewusst wurde: Dieser Mann spricht Deutsch!
 
Unfähig auch nur ein einziges Wort zu verstehen, hoffte nun jener Komiker, dass ihm sein Gegenüber keine Frage stellen möge. Er hätte sie nie beantworten können, geschweige denn sie als solche erkannt, da er schon seit Beginn des Gesprächs nichts begriff.
 
Hilflos, einer solchen Peinlichkeit auszuweichen, sah er den einzigen Ausweg in einem Ohnmachtsanfall.
 
Mag es sich bei dieser Situation auch um einen einstudierten Witz gehandelt haben, so ist das Thema dieser Szenerie doch sehr nah an der Wirklichkeit. Verbale Kommunikation wird immer wieder durch schwer überbrückbare Sprachbarrieren behindert, aufgrund eines Dialektes.
 
 

Über die Autorin

1. Welche Sprachen (und Dialekte) sprichst du?
Ich spreche, bedingt durch mein Studium als Journalistin, Englisch und Französisch. Allerdings muss ich zugeben, dass Französisch in der Schule nicht gerade mein Lieblingsfach war und ich deswegen eher mäßige Kenntnisse in dieser Sprache habe. An Dialekten mangelt es mir auch nicht. "Vo dahoam" is es freilich des Bairische. Aber ich verfalle auch gerne mal ins Fränkische und was ich besonders liebe, ist der Wiener-Dialekt.
 
2. Welche Sprachen lernst du gerade?
Seit ich bei Sprachenlernen24 angefangen habe, beschäftige ich mich mit Spanisch für Südamerika. Aber ich lerne auch Amharisch, weil meine Mama nicht alleine lernen will ;)
 
3. Wo hast du deinen letzten Urlaub verbracht?
Ich war schon in Kroatien, Spanien, Teneriffa, Frankreich, in der Türkei, in Griechenland und zuletzt war ich in Italien.
 
4. Wohin geht deine nächste Reise?
Am liebsten würde ich die ganze Welt bereisen. In jedem Land der Welt gewesen zu sein, abseits der üblichen Touristenpfade die verschiedenen Kulturen kennengelernt zu haben, das ist ein großer Traum von mir! Meine nächste Reise wird mich wohl nach Kuba führen. Die Autos aus den 50ern, die Mentalität, die Lebensfreude, das ist es, was ich als Nächstes erleben will.
 
5.Was ist deine Lieblingsseite zum Sprachenlernen im Web?
Der Sprachenlernen24 Blog und nicht nur, weil ich selbst dort Artikel veröffentliche, sondern weil man so viele nützliche Informationen, Tipps und Tricks, Witziges und Kurioses rund um das Thema Sprache erfährt. Es wird nicht nur sachlich erklärt, sondern mit viel Liebe und Charme, Interessantes vermittelt.
 
6. Was ist dein Lieblingswort?
Bungalow!
Stammend aus der TV - Serie „Sabrina - total verhext“. Eine wirklich witzige Szene, in der Hilda (Sabrina's Tante), gleichsam wie Dori in „Findet Nemo“, sich absolut nicht konzentrieren kann. Deswegen lenkt sie immer wieder vom Thema ab, indem sie ihren Gedanken freien Lauf lässt und über ihre Lieblingswörter sinniert. Resultat: Bungalow! Welches Wort oder besser Worte ich noch sehr liebe ist: Nicht prüfungsrelevant! Seit ich in der 10. Klasse zum ersten mal Abschlussprüfungen geschrieben habe.
 
7. Was ist dein schwierigstes Wort?
Variationskoeffizienz. Ursprung undefinierbar, ich kann mir eben bis heute nicht merken, was damit gemeint ist. =)
 
8. Was ist dein Lieblings-Sprichwort?
Wenn es eins gäbe, dann wäre es wohl das Pendant zu „Morgenstund hat Gold im Mund“, denn ich liebe Ausschlafen.
Eines meiner Lieblingssprichwörter, das aber tatsächlich existiert, ist „Lachen ist gesund“.
 
9. Was war das erste Wort, das du sprechen konntest?
Ich war schon immer ein „Papa-Mädchen“ und bin es zugegebenermaßen auch geblieben. Als ich noch jünger war, habe ich auch nur aufgehört zu weinen, wenn mein "Daddy-Cool" zum trösten kam. Deswegen war mein erstes Wort auch "Papa".
 
10. Wie würdest du dich selbst in einem Satz beschreiben?
Der typische Widder: abenteuerlustig, spontan, impulsiv, aber eben auch ein Hitzkopf.
 

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