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Tipps zum Grammatik üben: Was ist wichtig?


 
von Christine Tettenhammer

 

Tipps zum Grammatik üben: Was ist wichtig?

 
In einem unserer letzten Artikel haben wir Ihnen den Tipp gegeben, sich beim Üben und Lernen von Grammatik immer wieder zu fragen:
 
Ist das wirklich wichtig? Kommt dieses Phänomen häufig vor? Muss ich das können?
 
Heute geben wir Ihnen hilfreiche Anhaltspunkte, was man in der Grammatik einer Fremdsprache wirklich wissen muss.
 
Wir möchten Ihnen zeigen, was man aus dem Grammatikteil eines Lehrwerkes zuerst lernen sollte und was man sich getrost für späteres Lernen aufheben kann.
 
Der Verlauf Ihres Lernens von Grammatik sollte immer dieser Regel folgen:
 

Gelernt wird vom Einfachen zum Schwierigen

Es ist schließlich kaum sinnvoll, wenn Sie damit anfangen hochkomplexe Nebensatzkonstruktionen zu untersuchen oder den Sonderfall der Ausnahme einer selten gebrauchten Regel lernen wollen.
 
Halten Sie sich immer vor Augen, was das Ziel Ihrer Anstrengungen ist: Sie wollen eine neue Sprache sprechen lernen! Sie wollen morgens einkaufen gehen und ohne Schwierigkeiten, Sprach-Barrieren und ohne die Hilfe eines dicken Wörterbuchs ein paar Frühstücksbrötchen bekommen.
 
Natürlich werden Sie sich später auch mit schwierigen Grammatikphänomenen beschäftigen, beginnen sollten Sie aber immer mit einem einfachen und grundlegendem Kapitel.
 
Lernen Sie zunächst das Grundlegende über die verschiedenen Wortarten einer Sprache.
 

Sie sollten diese Fragen beantworten können:

  • zu den Zahlwörtern: Wie zählt man in der Fremdsprache von eins bis hundert?
  • zu den Substantiven einer Sprache: Wie bildet man den Plural? Werden die Substantive in dieser Sprache dekliniert? Wenn ja, wie bildet man den Akkusativ und den Dativ eines Substantivs?
  • zu den Artikeln: Gibt es einen bestimmten (der, die das) oder unbestimmten (ein, eine, eines) Artikel in dieser Sprache? Wenn ja, müssen diese an das Substantiv angepasst werden, auf das sie sich beziehen?
  • zu den Adjektiven: Wo stehen die Adjektive (vor oder hinter dem Wort, auf das sie sich beziehen)? Wie werden Adjektive in dieser Sprache gesteigert? Wie wird ein Vergleich mit einem Adjektiv ausgedrückt?
  • zu den Verben: Werden die Verben dieser Sprache konjugiert? Wenn ja, gibt es unterschiedliche Klassen von Verben? Wie bildet man in dieser Sprache die Gegenwart, die Vergangenheit und die Zukunft eines Verbs? Was sind die Verben, die ich häufig brauche und wie werden sie flektiert? Gibt es viele unregelmäßige Verben?
  • zu den Pronomen der Sprache: Was sind die Personalpronomen dieser Sprache? Wie sehen die Possessivpronomen dieser Sprache aus? Müssen die Pronomen in dieser Sprache dekliniert werden?
  • zum Satzbau: Nach welchen Regeln ist ein einfacher Satz in dieser Fremdsprache aufgebaut? Wie wird in dieser Sprache ein Satz verneint? Wie stellt man eine Frage?
Wenn Sie in der Lage sind diese Fragen für Ihre Fremdsprache zu beantworten, dann haben Sie ein solides Grundwissen und sind immer in der Lage einen klaren und verständlichen Satz zu formulieren.
 
Weiterhin viel Erfolg beim Grammatiklernen wünscht die
 
Redaktion von Sprachenlernen24
 
 

Über die Autorin

1. Welche Sprachen (und Dialekte) sprichst du?
Ich spreche Deutsch und Bairisch als „Vatersprachen“. In der Schule habe ich Englisch, Französisch und (auch ach!) Latein gelernt.
 
In der Post-Schul-Ära meines Lebens habe ich begonnen Spanisch und Portugiesisch zu lernen.
Seit ich bei Sprachenlernen24 arbeite, begegne ich jeden Tag einer neuen, interessanten Sprache und versuche wenigstens „hallo“ zu lernen.
 
2. Welche Sprachen lernst du gerade?
Gerade lerne ich Kroatisch und ich hoffe, dass ich dann auch schnell einiges auf Bosnisch und Serbisch sagen kann. Anschließend muss ich wohl Niederländisch lernen, denn ich habe ein neues Kochbuch und das heißt „de snelle keuken“.
 

 
3.Wo hast du deinen letzten Urlaub verbracht?
Ende letzten Jahres war ich viel unterwegs: Angefangen habe ich in Tschechien. Dort war ich drei wundervolle Tage lang mit Freunden im Böhmerwald zum Wandern unterwegs. Nach so viel Natur, wollte ich mal eine neue Stadt kennenlernen und so bin ich in Amsterdam gelandet.
 
Lange Spaziergänge entlang der Grachten haben mich zum Rijksmuseum, dem Van-Gogh-Museum und zurück gebracht. Ich habe auch gelernt, was „eten op de muur“ (dt. aus der Wand essen) bedeutet und, dass ich das eher weniger schätze. Danach habe ich in Marrakesch einen frisch gepressten Orangensaft auf dem Djemaa el Fna getrunken und bin den Spuren von Elias Canettis „Stimmen von Marrakesch“ gefolgt. Auf dem Rückweg nach München „musste“ ich einen Stopp einlegen und mir Madrid anschauen.
 
In Madrid gibt es im Dezember einen Christkindlmarkt auf der Plaza Mayor. Ich habe mich in das Museo Reina Sofía. Natürlich habe ich auch so manche caña getrunken und bin jetzt aficionado der Museo de Jamón in Madrid! - Dazwischen war ich immer mal wieder kurz zu Hause zum Blumengießen.
 
4. Wohin geht deine nächste Reise?
Als nächstes besuche ich meine Freunde in Rom. Ciao Gabriella! Ciao Gary! - Wärmt schon mal den Pizza-Ofen vor! Und im Frühsommer kann man mich in Bilbao treffen, wo ich mir einen lang gehegten Herzenswunsch erfülle und endlich ins Museo Guggenheim gehe!
 
Was ist deine Lieblingsseite zum Sprachenlernen im Web?
Neben dem Blog von Sprachenlernen24 bin ich häufiger Gast auf dieser Seite: www.theworld.org/the-world-in-words-podcast @Patrick Cox: Everytime I listen, your podcasts makes my day!
 
6. Was ist dein Lieblingswort?
Ich habe ganz viele Lieblingswörter. Auf Chinesisch ist es zum Beispiel 包子 [bāo zi]. Das einzige Wort, bei dem ich die Töne richtig treffe.
 
Auf Bairisch mag ich das Wort „wax“ - das ist ein Wort, wofür ich seit Jahren nach einer guten Übersetzung ins Hochdeutsche suche. Dieses Wort beschreibt das Gefühl, das man hat, wenn man zu Beginn des Sommers barfuß über einen Weg mit kleinen Kieselsteinen geht.
 
Auf Portugiesisch bestelle ich gerne „dois galãoes“ (dt. zwei Gestreifte). In Lissabon gibt es nämlich (meiner Meinung nach) den besten Milchkaffee.
 
Auf Finnisch mag ich es „Hyvää ruokahalua!“ zu sagen.
Irgendwie könnte ich diese Liste über viele, viele Seiten hin fortsetzen. Aber das erspare ich euch besser.
 
7. Welches Wort kannst du dir überhaupt nicht merken? /Was ist dein schwierigstes Wort?
Ich vergesse immer, was „vergessen“ auf Portugiesisch heißt.
 
8.Was kannst du in einer neuen Sprache ganz schnell lernen?
Als erstes lerne ich immer Wortschatz, der mit Kochen und der Küche eines Landes zu tun hat. - Kein Wunder, denn ich habe eine ziemlich große Sammlung von Kochbüchern in den unterschiedlichsten Sprachen.
 
9.Was ist dein persönlicher Tipp für alle Sprachen-Lerner?
Mein Tipp: Niemals Angst vor dem ersten Satz in der Fremdsprache haben. Am besten und schnellsten lernt man eine Sprache, wenn man sich die Ohren zuhält und dann einfach losplappert.
 
10. Was ist dein Lieblings-Sprichwort? / Weißt du einen guten Zungenbrecher?
Einer meiner Lieblingszungenbrecher ist: „Zwischen zwei Zwetschgenbäumen zwitschern zwei Schwalben“. Versucht mal das ganz schnell hintereinander zu sprechen ... Der Wechsel vom z-laut auf den sch-Laut am Ende hat es nämlich in sich!
 
11. Was war das erste Wort, das du sprechen konntest?
Mein erstes Wort war (nach Aussage meines Vaters und der muss es wissen, er war dabei): Tee!
Ausgesprochen mit einem Ausrufezeichen, denn ich habe keinesfalls höflich um Tee gebeten. Nein, ich habe nach „Tee!“ verlangt.
Auch heute noch beginnt ein guter Tag für mich mit einer Tasse grünem Kirschblüten-Tee.
Allerdings kann ich mir den Tee mittlerweile selbst zubereiten und muss nicht andere für mich schuften lassen.
 
12. Wie würdest du dich selbst in einem Satz beschreiben?
Wie man aus meinen eher epischen Antworten auf kurze und knappe Fragen sofort ersehen kann, ist es leider nicht möglich mich mit nur einem Satz auch nur annähernd zu beschreiben ;)
 

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