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Grammatik richtig üben


 
von Christine Tettenhammer
 
Auch das Lernen von Grammatik will gelernt sein. Hier finden Sie die besten Tipps zum Grammatik üben aus der Sprachenlernen24-Redaktion:
 

Grammatik lernen im Selbststudium

Wenn Sie sich die Grammatik einer Fremdsprache im Selbststudium erarbeiten, also ohne Präsenzunterricht zu besuchen, ist es ganz entscheidend, dass Sie sich immer wieder ganz kritisch mit der Quelle Ihrer Informationen beschäftigen.
 
Ehe Sie sich ein Lehrwerk oder Materialien zum Üben von Grammatik kaufen, lesen Sie sich diesen Blogartikel durch. Wenn Sie diesem Link folgen, werden Ihnen die unterschiedlichen Arten von Grammatiken vorgestellt.
 
Nicht jede Art von Grammatik nämlich ist für das Selbststudium geeignet. Wir empfehlen Ihnen ein Lehrwerk anzuschaffen, das Ihnen eine sinnvolle Mischung aus umfassender Referenzgrammatik und didaktischer Grammatik bietet.
 
Wenn Sie das richtige Buch oder die richtige Software für sich gefunden haben, so folgen Sie bitte nicht blind dem Verlauf des Lehrwerks. Versuchen Sie sich vielmehr klarzumachen, wie Sie am besten lernen können.
 
Stellen Sie sich darüber hinaus auch immer wieder diese Fragen:
  • Was ist wichtig bzw. grundlegend für diese Sprache?
  • Was ist für mich leicht zu verstehen und zu lernen?
  • Was ist sinnvoll für mich zu lernen?
Wer sich schon mal näher mit der französischen Sprache beschäftigt hat, weiß, dass der sogenannte subjonctiv – eine Verbform, die so im Deutschen nicht vorkommt – nur nach bestimmten Konjunktionen und in bestimmten Arten von Sätzen verwendet wird. In der Alltagssprache in Frankreich haben Sie (und mit Ihnen die französischsprachige Welt) nur selten Gelegenheit diese Verbform anzuwenden.
 
Verstehen Sie uns nicht falsch: Es ist nicht so, dass diese Formen gar nicht gebraucht werden. Wenn Sie aber Französisch lernen mit dem Ziel, diese Sprache im Alltag anzuwenden, dann sollten Sie sich nicht als Erstes auf den subjonctiv einlassen.
 
Wenn Sie aber an einer Universität Französisch studieren möchten, dann sollten Sie den subjonctiv in all seinen Spielarten und Anwendungsbereichen kennengelernt haben.
 
Wenn Sie also ein neues Grammatikkapitel beginnen und Probleme haben dies zu verstehen, entscheiden Sie zunächst, ob es wichtig für Ihre Lernziele ist, dieses Kapitel zu beherrschen.
 
Investieren Sie nicht unnötig Zeit in Phänomene der Grammatik, die Sie nie anwenden werden. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Lernziele und lernen Sie nur das, was Sie zum Erreichen dieser Ziele benötigen.

Grammatikregeln in drei Schritten

Gehen Sie beim Lernen einer neuen Grammatikregel ganz systematisch vor.
 
Empfehlenswert ist es, wenn Sie dieser 3-Schritte-Anleitung folgen:
 
Schritt 1: Regel lesen Lesen Sie sich den Text, die Beschreibung der Regel in Ruhe durch. Lehnen Sie sich zurück und versuchen Sie nachzuvollziehen und zu verstehen, worum es in diesem Text geht. Lesen Sie sich den Text laut vor.
 
Schritt 2: Beispiele verstehen Beschäftigen Sie sich jetzt mit den Beispielwörtern und -sätzen, die in Ihrer Quelle angegeben werden. Vergleichen Sie die Beispiele mit der beschriebenen Regel. Können Sie das nachvollziehen? Lesen Sie auch diese Beispiele laut vor: So bleiben Sie einerseits besser im Gedächtnis und andererseits haben Sie gleich etwas mehr Aussprachetraining.
 
Schritt 3: Gelerntes anwenden Im letzten Schritt sollten Sie unbedingt versuchen das Gelernte anzuwenden. Suchen Sie sich selbst neue, weitere Beispiele. Fangen Sie mit einem ganz einfachen Beispiel an und versuchen Sie dann immer komplexere Anwendungen für die gelernte Regel zu finden.
 
Suchen Sie sich anschließend einen Text aus. Das kann der Dialogtext eines Kapitels Ihres Lehrwerks sein, ein Zeitungsartikel oder eine Werbeanzeige. Markieren Sie in diesem Text die Stellen, in denen das eben Gelernte vorkommt und übersetzen Sie diese ins Deutsche.
 
Ein guter Rat zum Schluss: Vergessen Sie nicht, welch großen Einfluss Ihre Muttersprache auf das Lernen der neuen Sprache haben wird:

Muttersprache hat Einfluss auf das Lernen der Fremdsprache

Das Lernen einer Fremdsprache baut auf der Muttersprache auf.
 
Versuchen Sie Ihre Muttersprache ganz bewusst einzusetzen und immer wieder Neues dazu zu lernen. Schnell werden Sie merken, dass Sie auch die Fremdsprache immer einfacher lernen werden.

Link-Tipps der Redaktion

  • Wenn Sie unsere Ratschläge gleich einem Test unterziehen möchten, dann fangen Sie doch auf www.grammatiken.de gleich an Englisch, Spanisch, Französisch, Tschechisch oder Arabisch zu lernen.
  • Wenn Sie Ihr Hintergrundwissen zur Grammatik auffrischen möchten, finden Sie hier ein umfangreiches und ideal aufbereitetes Grammatikglossar.
  • Das Institut für Deutsche Sprache in Mannheim hat ein interessantes Informationssystem zum Thema „deutsche Grammatik“, namens Grammis im Netz zur Verfügung gestellt.

 
 

Über die Autorin

1. Welche Sprachen (und Dialekte) sprichst du?
Ich spreche Deutsch und Bairisch als „Vatersprachen“. In der Schule habe ich Englisch, Französisch und (auch ach!) Latein gelernt.
 
In der Post-Schul-Ära meines Lebens habe ich begonnen Spanisch und Portugiesisch zu lernen.
Seit ich bei Sprachenlernen24 arbeite, begegne ich jeden Tag einer neuen, interessanten Sprache und versuche wenigstens „hallo“ zu lernen.
 
2. Welche Sprachen lernst du gerade?
Gerade lerne ich Kroatisch und ich hoffe, dass ich dann auch schnell einiges auf Bosnisch und Serbisch sagen kann. Anschließend muss ich wohl Niederländisch lernen, denn ich habe ein neues Kochbuch und das heißt „de snelle keuken“.
 

 
3.Wo hast du deinen letzten Urlaub verbracht?
Ende letzten Jahres war ich viel unterwegs: Angefangen habe ich in Tschechien. Dort war ich drei wundervolle Tage lang mit Freunden im Böhmerwald zum Wandern unterwegs. Nach so viel Natur, wollte ich mal eine neue Stadt kennenlernen und so bin ich in Amsterdam gelandet.
 
Lange Spaziergänge entlang der Grachten haben mich zum Rijksmuseum, dem Van-Gogh-Museum und zurück gebracht. Ich habe auch gelernt, was „eten op de muur“ (dt. aus der Wand essen) bedeutet und, dass ich das eher weniger schätze. Danach habe ich in Marrakesch einen frisch gepressten Orangensaft auf dem Djemaa el Fna getrunken und bin den Spuren von Elias Canettis „Stimmen von Marrakesch“ gefolgt. Auf dem Rückweg nach München „musste“ ich einen Stopp einlegen und mir Madrid anschauen.
 
In Madrid gibt es im Dezember einen Christkindlmarkt auf der Plaza Mayor. Ich habe mich in das Museo Reina Sofía. Natürlich habe ich auch so manche caña getrunken und bin jetzt aficionado der Museo de Jamón in Madrid! - Dazwischen war ich immer mal wieder kurz zu Hause zum Blumengießen.
 
4. Wohin geht deine nächste Reise?
Als nächstes besuche ich meine Freunde in Rom. Ciao Gabriella! Ciao Gary! - Wärmt schon mal den Pizza-Ofen vor! Und im Frühsommer kann man mich in Bilbao treffen, wo ich mir einen lang gehegten Herzenswunsch erfülle und endlich ins Museo Guggenheim gehe!
 
Was ist deine Lieblingsseite zum Sprachenlernen im Web?
Neben dem Blog von Sprachenlernen24 bin ich häufiger Gast auf dieser Seite: www.theworld.org/the-world-in-words-podcast @Patrick Cox: Everytime I listen, your podcasts makes my day!
 
6. Was ist dein Lieblingswort?
Ich habe ganz viele Lieblingswörter. Auf Chinesisch ist es zum Beispiel 包子 [bāo zi]. Das einzige Wort, bei dem ich die Töne richtig treffe.
 
Auf Bairisch mag ich das Wort „wax“ - das ist ein Wort, wofür ich seit Jahren nach einer guten Übersetzung ins Hochdeutsche suche. Dieses Wort beschreibt das Gefühl, das man hat, wenn man zu Beginn des Sommers barfuß über einen Weg mit kleinen Kieselsteinen geht.
 
Auf Portugiesisch bestelle ich gerne „dois galãoes“ (dt. zwei Gestreifte). In Lissabon gibt es nämlich (meiner Meinung nach) den besten Milchkaffee.
 
Auf Finnisch mag ich es „Hyvää ruokahalua!“ zu sagen.
Irgendwie könnte ich diese Liste über viele, viele Seiten hin fortsetzen. Aber das erspare ich euch besser.
 
7. Welches Wort kannst du dir überhaupt nicht merken? /Was ist dein schwierigstes Wort?
Ich vergesse immer, was „vergessen“ auf Portugiesisch heißt.
 
8.Was kannst du in einer neuen Sprache ganz schnell lernen?
Als erstes lerne ich immer Wortschatz, der mit Kochen und der Küche eines Landes zu tun hat. - Kein Wunder, denn ich habe eine ziemlich große Sammlung von Kochbüchern in den unterschiedlichsten Sprachen.
 
9.Was ist dein persönlicher Tipp für alle Sprachen-Lerner?
Mein Tipp: Niemals Angst vor dem ersten Satz in der Fremdsprache haben. Am besten und schnellsten lernt man eine Sprache, wenn man sich die Ohren zuhält und dann einfach losplappert.
 
10. Was ist dein Lieblings-Sprichwort? / Weißt du einen guten Zungenbrecher?
Einer meiner Lieblingszungenbrecher ist: „Zwischen zwei Zwetschgenbäumen zwitschern zwei Schwalben“. Versucht mal das ganz schnell hintereinander zu sprechen ... Der Wechsel vom z-laut auf den sch-Laut am Ende hat es nämlich in sich!
 
11. Was war das erste Wort, das du sprechen konntest?
Mein erstes Wort war (nach Aussage meines Vaters und der muss es wissen, er war dabei): Tee!
Ausgesprochen mit einem Ausrufezeichen, denn ich habe keinesfalls höflich um Tee gebeten. Nein, ich habe nach „Tee!“ verlangt.
Auch heute noch beginnt ein guter Tag für mich mit einer Tasse grünem Kirschblüten-Tee.
Allerdings kann ich mir den Tee mittlerweile selbst zubereiten und muss nicht andere für mich schuften lassen.
 
12. Wie würdest du dich selbst in einem Satz beschreiben?
Wie man aus meinen eher epischen Antworten auf kurze und knappe Fragen sofort ersehen kann, ist es leider nicht möglich mich mit nur einem Satz auch nur annähernd zu beschreiben ;)
 

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